Nachdem die jahrzehntelangen Bemühungen, die Zahl der Keuchhustenerkrankungen mit flächendeckenden Impfungstrategien substantiell und nachhaltig zu verringern, de facto gescheitert sind (s. hier) und die aktuellen Impfstoffe und -programme vor allem nicht in der Lage sind, die einzig durch Komplikationen realistisch bedrohten jungen Säuglinge vor einer Infektion zu schützen, wird, ausgehend von den angloamerikanischen Ländern, in den letzten Jahren zunehmend eine neue Zielgruppe für die Keuchhustenimpfung ins Auge gefasst: Schwangere.

Als reichte eine Epidemie nicht aus: außer vor der (alljährlichen) "Grippe-Welle" warnen die Medien (FAZ 2017) jetzt auch noch vor einer "Keuchhusten-Welle"...

Effektivität

  • Eine schwedische Untersuchung ergab schon sehr früh eine Effektivität der Impfung bezüglich kulturell bestätigten Keuchhustens von lediglich 54 - 64% (Ad hoc group, 1988). Zumindest für Jugendliche und Erwachsene wird diese für eine moderne Impfung schlechte Schutzwirkung in einer Studie aus dem Jahr 2013 fast auf's Prozent genau bestätigt: auch hier betrug die Effektivität 53 - 64% (Baxter 2013).

Die ohnehin völlig unbefriedigende Wirksamkeit des Keuchhusten-Impfstoffs scheint im Laufe der letzten Jahre weiter deutlich nachzulassen, da als Folge der Impfstrategie diejenigen Untertypen der Keuchhusten-Bakterien sich vermehrt verbreiten, bei denen der Impfstoff seinen Hauptangriffspunkt eingebüßt hat.

Nebenwirkungen

  • Die „alte Keuchhustenimpfung“, die bis ca. 1998 verwendet wurde zeichnete sich durch eine schlechte Verträglichkeit aus. Neben Unruhe, Fieber und Schreiattacken wurden immer wieder auch schwerwiegendere Ereignisse im Zusammenhang mit der Impfung beschrieben wie