Der Bestimmung des Antikörper-Titers nach Hepatitis B-Impfung kommt unter mehrfacher Hinsicht eine besondere Bedeutung zu:

  • zum einen ist der Nachweis eines Schutzes gegen Hepatitis B in vielen Risikoberufen (z.B. im medizinischen Bereich) eine Voraussetzung für die Beschäftigung

  • zum anderen gelten bei der Antikörperbestimmung nach Hepatitis B-Impfung etwas andere Spielregeln als z.B. bei der von Antikörpern gegen Tetanus, was erfahrungsgemäß auch vielen Fachleuten nicht klar ist.

In der Auseinandersetzung mit Krankheitserregern oder Impfstoffen bedient sich unser Immunsystem zweier miteinander zwar eng verzahnter, aber doch grundsätzlich unterschiedlicher Systeme: des "humoralen" und des "zellulären" Immunsystems.

Impfungen in der Schwangerschaft - vor nicht wenigen Jahren noch ein absolutes Tabu - rücken zunehmend in den Fokus des wissenschaftlichen (und merkantilen) Interesses. Speziell die Keuchhusten- und die Influenza-Impfung werden mittlerweile in zahlreichen Ländern für die werdende Mutter empfohlen, primär, um das dann neugeborene Kind vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen.

In Deutschland seien nach Ansicht der Bundesregierung in den letzten 10 Jahren etwa 190.000 Menschen an Erkrankungen gestorben, gegen die man impfen könne - so zitiert zumindest die Tagesschau auf ihrem twitter-Account aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion (Tagesschau 2017, DIP 2017).

Angesichts der seit Jahren massiv eingeschränkten Marktverfügbarkeit zahlreicher eigentlich zugelassener Kombinationsimpfstoffe und der ohnehin ständig geringer werdenden Auswahl an Impfstoff-Kombinationen entscheiden sich viele Eltern, ihre Kinder mit für diesen Zweck eigentlich nicht zugelassenen Impfstoffen grundimmunisieren zu lassen - ein Vorgehen, das sich bei entsprechender Aufklärung durch die Kinderärztin/den Kinderarzt vollständig im Einklang mit dem deutschen Arzneimittelrecht befindet, ist hier doch die Anwendung von Medikamenten außerhalb ihrer eigentlichen Zulassung ausdrücklich erlaubt (Arzneimittelbrief 2008).