Impfstrategien

  • Bei Impfbeginn im 1. Lebensjahr 2 Impfungen im Abstand von 4 - 8 Wochen, Auffrischung nach 1 Jahr

  • Bei Impfbeginn nach dem 12./15. Lebensmonat genügt eine einzige Impfung eines Einzelimpfstoffes wie z.B. Act-Hib®.

 Nebenwirkungen

  • Zuckerkrankheit/Diabetes mellitus Typ I: Die Frage, ob die HiB-Impfung für das Auslösen eines Diabetes mellitus verantwortlich gemacht werden kann wird nach wie vor hochkontrovers diskutiert.

    • Eine große (250.000 Kinder) finnische Studie hielt einen Kausalzusammenhang für unwahrscheinlich (Karvonen 1999), deren statistische Nachbefundung kommt zu widersprüchlichen Ergebnissen (arznei-telegramm 2000, Trampisch 1999).

    • In den letzten Jahren häufen sich allerdings die Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen der HiB-Impfung und dem Entstehen des Diabetes mellitus für möglich bzw. sogar für wahrscheinlich halten (Classen 2002, Wahlberg 2003)

  • Neuere Untersuchungen lassen den Verdacht aufkommen, Konjugatimpfstoffe wie die HiB- (und auch die Meningokokken-) Impfung könnten über ihren tiefen Eingriff in die Entwicklung des kindlichen Immunsystems die Entwicklung autistischer Krankheitsbilder fördern (Richmand 2011).

 Epidemiologische Auswirkungen

  • Nach Einführen der Impfung für Kinder Anfang der 90er Jahre nahmen zur freudigen Überraschung der Epidemiologen auch die HiB-Erkrankungen bei Erwachsenen ab; man erklärte sich dies mit den durch die Impfung als Infektionsquelle ausfallenden Kindern. Seit Ende der 90er Jahre ist nun jedoch – bei gleich bleibender Impfaktivität - ein Wiederanstieg der erwachsenen HiB-Patienten zu beobachten, der bereits 2003 wieder das Niveau wie vor der Impfung erreichte. Parallel dazu ließ sich in Reihenblutuntersuchungen nachweisen, dass die Bevölkerungsimmunität gegenüber HiB – gemessen über Antikörperuntersuchungen – seit dieser Zeit kontinuierlich abnimmt (!). Das Zurückdrängen des Erregers durch die Impfung und der damit wegfallende Kontakt der Bevölkerung mit HiB-Bakterien scheint dafür unmittelbar verantwortlich zu sein. Die HiB-Massenimpfung der Kinder hat die Immunität der Erwachsenen HiB gegenüber langfristig also eindeutig verschlechtert, deren Anfälligkeit für die Erkrankung erhöht (McVernon 2004).
  • Es gibt keinen plausiblen medizinischen Grund davon auszugehen, dass dieses alarmierende Phänomen auf HiB begrenzt sein wird ... . Die Autoren der oben zitierten Studie folgern: „

    Impfprogramme im Kindesalter können unvorhergesehene Auswirkungen auf die Epidemiologie von Erkrankungen im Erwachsenenalter haben, daher müssen Überwachungsstrategien immer die Gesamtbevölkerung betrachten.“. (McVernon 2004)

  • Studien an amerikanischen Ureinwohnern - die schon vor der HiB-Impfära von invasiven Haemophilus influenzae-Erkrankungen besonders häufig betroffen waren - zeigen, dass trotz intensiver Impfbemühungen die Rate an Hi-Erkrankungen hoch bleibt: hier lässt sich ein zunehmender Teil der entsprechenden Infektionen z.B. auf Haemophilus influenzae a zurückführen, ein Serotyp, der durch die Impfung nicht erfasst wird (Tsang 2014).

Literatur:

a-t 1999; Nr. 12: 126

a-t 2000; 31: 22

Classen JB. Autoimmunity. 2002 Jul;35(4):247-53.

Karvonen M. et al.: Brit. Med. J. 318 (1999), 1169

McVernon J. BMJ 2004, 329: 655-58

Richmand BJ. Med Hypotheses. 2011 Dec;77(6):940-7.

Trampisch HJ  Gutachten vom 25. Nov. 1999 - zitiert aus a-t 1999; Nr. 12: 126

Tsang RS. Epidemiol Infect. 2014 Jul;142(7):1344-54. doi: 10.1017/S0950268814000405. Epub 2014 Mar 5.

Wahlberg J. Ann N Y Acad Sci. 2003 Nov;1005:404-8.

 

Erreger

  • Haemophilus influenzae B, Bakterium (hat nichts mit der Influenza/Grippe zu tun!), tritt in einer bekapselten Form und in einer unbekapelten Form auf
  • Bei der bekapselten Variante unterscheidet man nochmals die Kapseltypen A bis F – die Impfung schützt ausschließlich gegen die bekapselte Form des Kapseltyps B.