Die Diskussion um die geplante (!) Impfpflicht für Kinder in Betreuungseinrichtungen in Brandenburg (BB) wird - wie die gesamte aktuelle Impfpflicht-Diskussion - mit fake news und alternativen Fakten geführt. Hier die offiziellen Zahlen im Faktencheck.

Neben der notwendigen Zahl der Masern-Impfdosen (s. hier) wird auch deren Zeitpunkt sowohl international als auch sogar zwischen verschiedenen deutschen Impfkommissionen hochkontrovers diskutiert.

Dass eine durchgemachte Masernerkrankung eine lebenslange Immunität hinterlässt (und dies ohne die Notwendigkeit eines nochmaligen Kontaktes zu Masernviren), gehört zu den ehernen Säulen der Infektiologie (Cherry 1973, Panum 1939). Und auch über die Masernimpfung schreibt das Robert Koch-Institut: "Grundsätzlich wird von einer lebenslangen Immunität nach zweimaliger Impfung ausgegangen." (RKI 2014). Zumindest diese Überzeugung wird in den letzten Jahren jedoch zunehmend erschüttert.

Die Kontroverse um die Zahl der notwendigen Masernimpfungen (Eine? Zwei? noch mehr??) ist nicht erst mit der Diskussion um eine Masernimpfpflicht in Deutschland voll entbrannt - leider zeugen viele Aussagen auch selbsternannter Fachleute hier von wenig Sachkenntnis... . Welche Rolle spielt denn jetzt zumindest die zweite Masernimpfung und ist sie so zentral wichtig wie behauptet?

Nachdem sich eine 17-jährige Austauschschülerin aus Guatemala in Deutschland mit Masern angesteckt hatte, konstruieren die üblichen Verdächtigen auch dies als abstruses Argument für eine Impfpflicht für Masern in Deutschland....

Jetzt seien - so Thomas Fischbach, der Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland - die Masern zurück in Guatemala, wo sie doch eigentlich "dank kluger Gesundheitspolitik" ausgerottet gewesen seien. Daher müsse jetzt endlich in Deutschland (!?!) eine Impfpflicht eingeführt werden... (DÄ 23.01.2018)