Angesichts der seit Jahren massiv eingeschränkten Marktverfügbarkeit zahlreicher eigentlich zugelassener Kombinationsimpfstoffe und der ohnehin ständig geringer werdenden Auswahl an Impfstoff-Kombinationen entscheiden sich viele Eltern, ihre Kinder mit für diesen Zweck eigentlich nicht zugelassenen Impfstoffen grundimmunisieren zu lassen - ein Vorgehen, das sich bei entsprechender Aufklärung durch die Kinderärztin/den Kinderarzt vollständig im Einklang mit dem deutschen Arzneimittelrecht befindet, ist hier doch die Anwendung von Medikamenten außerhalb ihrer eigentlichen Zulassung ausdrücklich erlaubt (Arzneimittelbrief 2008).

Spätestens seit der Vaxxed-Tournée durch Deutschland als offenes Geheimnis gehandelt, erschien jetzt Ende April die erahnte wissenschaftliche Studie mit dem Vergleich geimpfter und ungeimpfter Kinder ("vaxxed vs. unvaxxed") bezüglich Entwicklungsauffälligkeiten (Mawson 2017).

Nach dem Erfolg der Pocken-Eradikation* setzte die WHO zahlreiche andere Erkrankungen auf die "schwarze Liste" der zu beseitigenden Erkrankungen, neben der Kinderlähmung ganz vorne auch die Masern (WHO 2012). ZIel ist ihre Elimination in allen 5 WHO-Weltregionen (WHO 2018 und 2012), auch die deutschen Gesundheitsbehörden haben sich diesem Ziel verpflichtet (BMG 2015).

Die Ausrottung ("Eradikation") von Krankheiten durch Impfprogramme ist eines der umstrittensten Themen im Bereich der Schutzimpfungen.

Enzephalitis (Hirnentzündung) und bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung) gehören zu den schwersten und komplikationsträchtigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Sie zu verhindern war und ist das erklärte Ziel zahlreicher Impfungen und Impfprogramme, die sich teilweise gegen virale (Masern, Mumps, Röteln, Windpocken), teilweise gegen bakterielle Erreger (HiB, Pneumokokken, ...) dieser Krankheitsbilder richten. Deren Effekte auf die Häufigkeit der eigentlichen Erkrankungen sind jedoch oft unvorhersehbar.