Damit die Schutzimpfung gegen eine von Mensch zu Mensch übertragbare Erkrankung einen epidemiologischen Nutzen hat, ist eine Durchimpfungsrate von mindestens 90% notwendig. Andernfalls drohen epidemiologische Probleme:
es kann zu Erkrankungen in höherem Lebensalter mit erhöhter Komplikationsrate und Frühinfektionen durch fehlenden Nestschutz kommen (Neugeborene und junge Säuglinge erkranken früher, wenn die Mutter ihnen in der Schwangerschaft nur die Impfantikörper, nicht diejenigen nach selbst durchgemachter Erkrankung mitgibt; s. hierzu auch die Anmerkungen zur Masern-Impfung).
Da keine der Schutzimpfungen vollständig vor der jeweiligen Erkrankung schützt kommt es bei zunehmender Durchimpfung der Bevölkerung zu dem Phänomen, dass im Falle eines Krankheitsausbruchs absolut und relativ gesehen zunehmend Geimpfte erkranken. Dies sei an einem Beispiel (stark vereinfacht) verdeutlicht:
- 10% der geimpften Personen sind nach der 1. Impfung nicht immun
betrachtet man eine Bevölkerung von zum Beispiel 20.000 Personen so ergeben sich:
- für eine Durchimpfung von 50% der Bevölkerung 10.000 empfänglich Nicht-Geimpfte und 1000 empfänglich Geimpfte
- bei einer Durchimpfung von 90% jedoch 2000 empfängliche Nicht-Geimpfte und 1800 empfängliche Geimpfte
- bei einer Durchimpfung von 95% 1000 empfängliche Nicht-Geimpfte und 1900 empfängliche Geimpfte
- spätestens bei einer Durchimpfung von 90% übersteigt im Falle einer Epidemie also die Zahl der trotz Impfung Erkrankten die Zahl der ungeimpften Erkrankten (ich danke Peter Klein von der Schweizer Initiative für differenzierte Impfungen (www.impfo.ch) für diesen wichtigen Hinweis)
