spritze

Masern-Impfung - mal wieder: je früher, desto schlechter (wirksam)

Die Nachuntersuchung von Teilnehmern einer südafrikanischen Masern-Impfstudie (n = 171) zeigte einmal mehr, dass eine sehr frühe Masernimpfung zu einer deutlich schlechteren Nachhaltigkeit der Schutzimpfung führt (Kapelus 2026):

nach einem beschleunigten Impfschema mit Masernimpfungen im Alter von 6 und 12 Monaten wiesen im Alter von 5 Jahren weniger als 2/3 der Geimpften (60,8%) noch als schützend angesehene Antikörperspiegel auf. Dies ist umso gravierender, als die Autoren selbst einräumen, dass methodisch bedingt (im Laufe der Studie wurde das Bestimmungsverfahren geändert) diese Titer eher überschätzt und das so genannte waning (also das Nachlassen des Schutzes) wahrscheinlich unterschätzt würde: "seropositivity estimates may be overestimated in our adjusted analyses, hence presenting a conservative estimate of waning of immunity in our study".

Auch in Südafrika primär angewendete Impfvirusstamm in Europa nicht verwendet wird, fügt sich das Ergebnis der Studie in auch in z.B. den Niederlanden gefundene Ergebnisse ein, die ebenfalls bei einer Erstimpfung vor dem Alter von 8,5 Monaten ein früheres Absinken der Antikörperspiegel fanden, selbst wenn dann noch "regulär" weitergeimpft wurde (van der Staak 2025, kleine Studie).

Die in der südafrikanischen Studie aus dem Nachlassen der Immunität abgeleitete Forderung nach einer dritten Impfdosis entbehrt jeder Evidenz: bis zum heutigen Tag gibt es keine methodisch belastbare Untersuchung, die die nachhaltige Wirksamkeit einer solchen dritten Dosis belegt hätte.