Virologen der Universität Bonn konnten Fledermäuse als natürliches Erregerreservoir für zahllose, auch für den Menschen relevante Viren identifizieren - darunter auch den Mumps- und Masern-Viren sehr eng verwandte Erreger. Damit ist die von WHO und EU propagierte Ausrottung der Masern durch flächendeckende Impfung unter einem völlig neuen Aspekt fragwürdig geworden.
Die Autoren der Studie (Drexler 2012) weisen selbst auf die hohe Relevanz dieser Funde für Strategien der Viruseradikation hin, selbst wenn bei den Masern geringe Unterschiede zwischen den bis jetzt bei den Fledermäusen gefundenen und bei den beim Menschen verantwortlichen Virustypen zu finden waren. Für Mumps muss nach den Ergebnissen dieser Untersuchung davon ausgegangen werden, dass diese Erkrankung überhaupt erst von Fledermäusen auf Menschen übertragen wurden.
Die Idee einer Ausrottung von Masern- und Mumpsviren durch Impf- (oder irgendwelche anderen) Strategien ist nach diesen Befunden einmal mehr fragwürdig...
Literatur:
Drexler F. Nature Communications 3, Article number:796; doi:10.1038/ncomms1796. (Abruf 09.04.2017)
