Die HiB-Impfung gilt bei Diskussionen zu Sinn oder Unsinn von Schutzimpfungen immer wieder als „Musterschüler“ – gelang es doch, binnen weniger Jahre die Anzahl der schweren HiB-Infektionen in Deutschland von 1600 pro Jahr (geschätzt) auf ca. 60 pro Jahr (errechnet) zu reduzieren. Dabei werden allerdings folgende Phänomene gerne unerwähnt gelassen:

Die bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung) ist eine der schwersten und komplikationsträchtigsten Infektionskrankheiten überhaupt - gerade hier werden seit Jahrzehnten immer wieder Impfprogramme gegen einzelne Erreger dieses Krankheitsbildes entwickelt und eingeführt, deren Effekte aber keineswegs so einfach zu beurteilen sind, wie es uns die Veröffentlichungen von Pharmaindustrie und Impfkommissionen nahelegen wollen.

Auf der Grundlage dieser Evidenz werden dann Leitlinien für ärztliches Handeln erstellt, die, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, eine Reihe von Kriterien erfüllen müssen:

so muss jede gute Leitlinie klar den Endpunkt, das Ziel der Intervention definieren – dies ist, nach Sackett, dem Vater der modernen EBM, in aller erster Linie „Schwerwiegende Krankheitsverläufe mit Defektheilung oder Todesfolge zu verhindern

Ein weiteres Beispiel liefert in diesem Zusammenhang die Masernimpfung

Da Masern im Bewusstsein weiter Teile der Bevölkerung als „normale Kinderkrankheit“ eingestuft werden – und es in der ganz überwiegenden Mehrzahl der Verlaufsfälle ja auch sind - wird die Masernimpfung vor allem mit dem Hinweis auf die in seltenen Fällen als Komplikation auftretende Masern-Hirnentzündung propagiert.