Mumps - Die Impfung
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- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 04. Juli 2012 05:53
- Geschrieben von Dr. Steffen Rabe
Wirksamkeit
- Die Mumpsimpfung, selbst wenn sie zweimal durchgeführt wird, ist ausgesprochen schlecht wirksam.
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Bei einer Mumpsepidemie in den USA im Jahre 2006 waren 84% der erkrankten Jungen zweimal geimpft und es zeigte sich, dass durch die Impfung das Erkrankungsalter deutlich nach oben verschoben wurde - der Altersgipfel dieser großen Epidemie (mehr als 6000 Krankheitsfälle) lag zwischen 18 und 24 Jahren. Gerade in diesem Alter treten die im Kindesalter seltenen Komplikationen der Erkrankung wesentlich häufiger auf (Dayan 2008).
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Auch bei einem kleineren Ausbruch in Österreich 2006 waren mehr als 50% der Erkrankten geimpft (11% sogar zweimal) - und auch hier waren 98% der Erkrankten im Hochrisikoalter ab 15 Jahren (Schmid 2008).
- Demgegenüber errechnete eine aktuelle Analyse der britischen Mumpsepidemie 2004/2005 eine deutliche Schutzwirkung schon durch nur eine Impfung: dieser Studie nach würde das Risiko von Komplikationen (Hirnhautentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Hodenentzündung) durch die Impfung deutlich gesenkt (Yung 2011). Problematisch bei dieser Analyse ist jedoch - wie bei allen anderen zur Mumpsimpfung auch - das bis zu 30% der Mumpsinfektionen zumindest ohne mumpstypische Symptome verlaufen. In Studien werden diese Fälle natürlich nicht erfasst und dadurch fällt das vermeintliche Komplikationsrisiko unrealistisch hoch aus, da es stets nur auf die diagnostizierten Fälle bezogen wird.
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Für den in Deutschland verwendeten Mumps-Impfstamm "Jeryl Lynn" errechnet eine aktuelle Metaanalyse der renommierten Cochrane-Collaboration eine Wirksamkeit von 70 - 80% für zumindest eine Impfung (Demicheli 2012).
Nebenwirkungen
- Jüngst beschrieben wurde eine Hirnentzündung (Enzephalitis) mit einer vorübergehenden, im MRT nachweisbaren Hirnschädigung, die durch den Nachweis des Impfvirus eindeutig der Mumpsimpfung zugeordnet werden konnte (Hara 2011).
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Die im Rahmen einer Mumpserkrankung mögliche Hodenentzündung - für viele Eltern der entscheidende Grund für die Mumpsimfpung - wurde immer wieder als Impfkomplikation beschrieben (Clifford 2010, Suzuki 2002)
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Das nach der MMR-Impfung beobachtete Risiko einer Hirnhautentzündung scheint in seiner Höhe im wesentlichen vom verwendeten Mumps-Impfstamm abzuhängen: es ist am höchsten beim "Urabe"-Stamm (14-fach erhöht), gefolgt vom Leningrad-Zagreb-Stamm (in Deutschland werden diese beiden Stämme nicht verwendet) (Demicheli 2012). Die Meningitis tritt typischerweise 3 - 5 Wochen nach der Impfung auf und wird daher oft nicht mehr mit dieser in Verbindung gebracht.
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Diabetes mellitus (der ja auch als seltene Folge der Mumps-Erkrankung auftreten kann!) (Helmke 1986, Fescharek 1990, Neustaedter 1996)
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Taubheit und Verlust des Gleichgewichtssinnes (Kaga 1998), wie sie in sehr seltenen Fällen ja auch nach Mumps auftreten kann.
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In Rachenabstrichen geimpfter Kinder konnten Teile des Mumpsvirus nachgewiesen werden, so dass eine Übertragung des Impfvirus an Andere nicht ausgeschlossen werden kann (Nagai 2001).
Literatur
CIZMAN, M. PED INF DIS J 1989; 8:302-308.
Clifford, V. Vaccine. 2010 Mar 19;28(14):2671-3. Epub 2010 Jan 17
COLVILLE, A. LANCET 1992; 340:786.
Demicheli V. Cochrane Database Syst Rev. 2012 Feb 15;2:CD004407.
DAYAN GH. NEJM 2008; 358: 1580-89
EHRENGUT W; MONATSSCHR. KINDERHEILK, 1989, 137, 398-402
FESCHAREK, R.. VACCINE 1990; 8:446-456.
FUJINAGA, T. A. PEDIATR INFECT DIS J 1991 MAR;10(3):204-9
HARA, M. Brain Dev. 2011 Nov;33(10):842-4.
HELMKE, K. DIABETOLOGIA 1986; 29:30-33
KAGA, K. INT J PEDIATR OTORHINOLARYNGOL 1998 FEB;43(1):73-5
MILLER, D. BMJ 1993, 307:1171 - 1176
NAGAI, T. VACCINE 2001 JAN 8;19(11-12):1353-5
NEUSTAEDTER, R. THE VACCINE GUIDE. BERKELEY 1996
SCHMID D EUROSURV VOL 13, ISSUE 7, 14.02.2008
SUGIURA, A. PED INF DIS J 1991; 10:209-213.
SUZUKI M. NIPPON HINYOKIKA GAKKAI ZASSHI 2002 May;93(4):577-9.
YUNG CF. Emerg Infect Dis. 2011 Apr;17(4):661-7.


