HPV - Die Impfung
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- Zuletzt aktualisiert am Montag, 18. März 2013 06:21
- Geschrieben von Dr. Steffen Rabe
Im Februar 2007 wurde die HPV-Impfung in einem beispiellosen Hau-Ruck-Verfahren von der STIKO in den Kanon der öffentlich empfohlenen Impfungen aufgenommen - die anfängliche Euphorie dieser "Impfung gegen den Krebs" ist längst einer ausgeprägten Katerstimmung gewichen...
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Der Impfstoff Gardasil® enthält Kapseleiweißbestandteile der HPV-Typen 6, 11, 16 und 18
- Der Impfstoff Cervarix® enthält nur solche der HPV-Typen 16 und 18.
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Die Grundimmunisierung umfasst 3 Impfungen, wobei die zweite Impfung 2 Monate nach der ersten und die dritte 6 Monate nach der zweiten Impfung erfolgen soll.
Wirksamkeit
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Die für die Zulassung wesentlichen Studien sind bis heute (Ende 2006) nicht vollständig veröffentlicht, sie liegen lediglich in Form einer Zusammenfassung vor. Damit entzieht sich die wissenschaftliche Grundlage der Impfung einer herstellerunabhängigen Überprüfung.
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Die durchgeführten Untersuchungen umfassten Frauen zwischen 16 und 23 bzw. 26 Jahren, die vorher mit maximal 4 verschiedenen Partnern sexuellen Kontakt hatten.
- Insgesamt werden in den Studien bei geimpften Frauen durch die enthaltenen HPV-Typen (6, 11, 16, 18) hervorgerufene Karzinome oder Karzinomvorstufen sicher verhindert.
- Bei Frauen, die zu Studienbeginn keinerlei HPV-Antikörper im Serum aufwiesen (also mutmaßlich noch nicht infiziert waren) ist dieser Effekt auch für HPV insgesamt (also unabhängig von den in der Impfung enhaltenen Subtypen) nachweisbar.
- Auf die Gesamtgruppe der Studienteilnehmerinnen (also unabhängig von der Frage einer schon vorbestehenden HPV-Infektion) bezogen, ist dieser die Impfserotypen übersteigende Effekt nicht nachweisbar.
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Für Kinder zwischen 9 und 15 Jahren sind naturgemäß keine klinischen Daten verfügbar – hier ist lediglich bekannt, dass nach der Impfung Antikörperspiegel entstehen, die sich nicht von denen erwachsener Frauen unterscheiden.
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Zusammenfassend könnte der Impfstoff bei Impfbeginn vor Aufnahme der sexuellen Aktivität einen Schutz vor bösartigen Zellveränderungen, die durch die enthaltenen HPV-Typen ausgelöst werden, vermitteln. Auch für andere HPV-Typen scheinen Frauen bei einem so frühen Impfbeginn zu profitieren.
Mögliche Probleme der Impfung
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Angesichts der Vielzahl möglicher Serotypen ist zu befürchten, dass es zu einer Verschiebung im HPV-Spektrum bezüglich der Krankheitsentstehung kommt, wie wir es von z. B. HiB oder Pneumokokken bereits kennen („replacement“).
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Erste Hinweise hierfür gibt es bereits
- So finden sich schon jetzt bei HPV-Geimpften Erkrankungen, die durch nicht im Impfstoff enthaltene HPV-Serotypen ausgelöst werden häufiger, als bei Ungeimpften (EMEA 2006) – hier ist eine engmaschige, differenzierte und langfristige Überwachung der HPV-Infektionen unabdingbar, um Phänomene einer bloßen Keimverschiebung wie z. B. bei den Pneumokokken rechtzeitig aufzudecken.
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Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Infektionen mit Niedrigrisiko-HPV wie Typ 6 und 11 (beide im Impfstoff enthalten) einen schützenden Effekt vor Krebserkrankungen durch Hochrisiko-HPV (16 und 18) bewirken könnten – hier bleibt völlig offen, wie sich die durch die Impfung intendierte Elimination der Niedrigrisiko-HPV auf die Gesamtkrebshäufigkeit in der Bevölkerung auswirkt (Garnett 2000).
Nebenwirkungen
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Lokalreaktionen wie Schmerzen, Schwellung, Rötung und Juckreiz sind sehr häufig, sie treten selbst nach Herstellerangaben bei bis zu 84% der Geimpften auf.
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Beschrieben sind nach der Impfung darüber hinaus allergische Reaktionen bis hin zum Asthmaanfall sowie Gelenkentzündungen und immunologische Hautentzündungen (Erythema nodosum) (Longueville 2012).
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Bewusstlosigkeit oder (Fast-)Kollaps (presyncope or syncope) nach der Impfung tritt so häufig auf, dass in einer aktuellen Studie zu Cervarix schon von einer "gewöhnlichen Reaktion" ("common reaction") gesprochen wird - immerhin 15% der geimpften Mädchen und Frauen kollabierten nach der Impfung (oder zumindest fast) (Naleway 2012). Das Risiko einer tatsächlichen Bewusstlosigkeit nach der Impfung ("Synkope") ist sechsfach erhöht (Klein 2012).
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Besonderes Augenmerk ruht in letzter Zeit vor allem auf den autoimmunologischen Nebenwirkungen des HPV-Impfstoffes: außer seinem neuen Wirkverstärkersystem AS04, das hochimmunogen ist und daher für autoimmunologische Phänoneme prädisponiert, sind auch die verwendeten Virus-Antigene hochproblematisch. Vergleicht man die Eiweißstruktur von HPV 16 mit der des Menschen, so sind 82 Hepta- und 2 Oktapeptide (mittelgroße Eiweißmoleküle) identisch - diese spielen eine zentrale Rolle bei zentralen Prozessen im menschlichen Organismus wie Zellteilung, Differenzierung der weißen Blutkörperchen, Spermienbildung, Eiweißsynthese. Eine aktuelle Arbeit zu diesem Thema kommt denn auch zu dem Schluss: „Die Anzahl und Lokalisation der viralen Übereinstimmungen machen das Auftreten autoimmunologischer Kreuzreaktionen beim Menschen nach der Impfung mit HPV 16-haltigen Impfstoffen fast unvermeidlich.“ (Kanduc 2009).
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Aktuelle Studien finden ein deutlich erhöhtes Risiko für eine der schwersten autoimmunologischen Erkrankungen, den systemischen Lupus erythematodes (Soldevilla 2012).
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Insgesamt werden 8% der beobachteten Ereignisse laut Herstellerinformation als schwerwiegend eingestuft.
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Aktuelle Untersuchungen führen auch die Erkrankung selbst, ein Zervix-Karzinom oder dessen unmittelbare Vorstufen (Carcinoma in situ), als gemeldete Impfnebenwirkungen auf - somit ist zumindest zweifelsfrei dokumentiert, dass die HPV-Impfung, anders als vollmundig angekündigt, eben keinen sicheren Schutz gegen diese Krebsform vermittelt, auch geimpfte Frauen - so folgern auch die Studienautoren - regelmäßig die Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen müssen und damit der Wert der Impfung nochmals deutlich relativiert wird (Wong 2010).
Literatur:
Kanduc D. Intern J of Med and Med Sciences. Vol. 1(9) pp. 383-387, September, 2009
Klein NP. Arch Pediatr Adolesc Med. 2012 Dec;166(12):1140-8. doi: 10.1001/archpediatrics.2012.1451.
Longueville C. Rev Med Interne. 2012 Mar;33(3):e17-8. Epub 2011 Mar 23.
Naleway AL. J Womens Health (Larchmt). 2012 Apr;21(4):425-32. Epub 2012 Jan 9.
Soldevilla HF. Lupus. 2012 Feb;21(2):158-61.
Wong C. J Womens Health (Larchmt). 2010 Mar;19(3):365-70. doi: 10.1089/jwh.2009.1891.


