Epidemiologie

  • Bei der Epidemiologie der Mumps lassen sich viele der Phänomene beobachten, vor denen Kritiker der flächendeckenden Impfungen gegen so genannte Kinderkrankheiten warnten und warnen:

  • Vor Beginn der Mumpsimpfung lag das Haupterkrankungsalter bei 5 - 9-jährigen Kindern (RKI 2013), 90% der Bevölkerung hatten Mumps bis zum 14. Geburtstag, also in einem Alter, in dem die ohnehin seltenen Komplikationen noch selterner sind, durchlebt (Quinlisk 2010).

  • Laut Robert Koch Institut liegt in Europa in den letzten Jahren das Haupterkrankungsalter zwischen 15 und 19 Jahren (RKI 2013).

  • Diese so genannte "Rechtsverschiebung" im Erkrankungsalter zeigte sich auch in den größeren Epidemien, die in den Jahren 2010 bis 2013 in Zentraleuropa stattfanden (Havlíčková 2016, Hukic 2014).

  • "Dies ist von besonderem Interesse, da mit steigendem Erkrankungsalter eine Zunahme der Komplikationsrate im Rahmen der Mumps-Erkrankung beobachtet wird." (RKI 2013).

 

Erreger

  • Mumpsvirus

 

Infektionsmodus

  •  Tröpfcheninfektion

 

Infektionsverlauf

  • Inkubationszeit 2 - 3 Wochen
  • Mindestens 30 - 40% der Mumpsinfektionen verlaufen ohne (typische) Symptome! (RKI 2013)
  • Speicheldrüsenschwellung, anfangs meist ein-, dann beidseitig, Abstehen des Ohrläppchens, Fieber, Schmerzen im Drüsenbereich, reduzierter Allgemeinzustand.
  • Selten Befall der anderen Speicheldrüsen, noch seltener Befall anderer Organe (Bauchspeicheldrüse, ZNS, Keimdrüsen)
  • Infektiosität 1 Woche vor bis 9 Tage nach Krankheitsbeginn.

 

Komplikationen

  • Im Kindesalter kommt es sehr selten, bei Jugendlichen postpubertär in 25% der Fälle zur Hodenentzündung, davon sind 20% beidseitig; bei postpubertärer Erkrankung folgt daraus "infrequently"/selten (CDC 2013, RKI 2013), bei Auftreten im Kindesalter praktisch niemals Unfruchtbarkeit (Dt. Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie 2000).
  • Selten Pankreatitis/Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
  • Eine meist milde verlaufende Begleitmeningitis tritt in bis zu 10% der Fälle, eine ebenfalls meist milde verlaufende Meningoenzephalitis in 1 : 400 Fällen auf, sehr selten (1 : 20.000) kommt es zu bleibender einseitiger Innenohrschwerhörigkeit/Taubheit.
  • Sehr selten Befall anderer Organe (Schilddrüse, Gelenke, ...)

 

Literatur

CDC. February 12, 2010 / 59(05);125-129 (Abruf 30.07.2016)

CDC. MMWR. June 14, 2013 / 62(RR04);1-34. (Abruf 30.07.2016)

Havlíčková M. Cent Eur J Public Health. 2016;24(1):22-8. doi: 10.21101/cejph.a4512. Abruf 07.07.2016

Hukic M. Euro Surveill. 2014;19(33):pii=20879.

Quinlisk MP. J Infect Dis. (2010) 202 (5): 655-656. doi: 10.1086/655395. Abruf 01.08.2016

RKI. Ratgeber für Ärzte - Mumps. Stand April 2013. Abruf 09.08.2016